Aus den Häusern
Engel & Völkers bietet die Villa aus „House of Gucci“ im Aostatal an
Engel & Völkers verkauft die Villa Laubenò in Gressoney-Saint-Jean, in Ridley Scotts Film der Winterrückzugsort der Familie Gucci, für 2,9 Millionen Euro. Elf Schlafzimmer, drei Salons und ein Blick über das Tal bis zum Schloss Savoy.

Foto: Andrea Dal Prato/Engel & Völkers Valle d'Aosta
Ein Haus, das in einem Film mitgespielt hat, wird gewöhnlich über seine Rolle verkauft. Bei der Villa Laubenò, die Engel & Völkers über sein Private Office für 2,9 Mio. € anbietet, lohnt der umgekehrte Blick: ein Bergdomizil aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert mit elf Schlafzimmern, das nebenbei den Winterrückzugsort der Familie Gucci spielen durfte.
Das Haus im Film
In Ridley Scotts amerikanischem Familiendrama „House of Gucci“ spielt Lady Gaga Patrizia Reggiani. Sie ließ ihren früheren Mann Maurizio Gucci ermorden, den damaligen Chef des Modehauses, das seinen Namen trägt, verkörpert von Adam Driver; auch Al Pacino gehört zur Hauptbesetzung. Gedreht wurde an vielen Orten in Italien, unter anderem in Florenz, Mailand, Rom und am Comer See. Den Winter aber liefert die Villa Laubenò im Aostatal: Sie ist im Film das Refugium, in das sich die Familie in den Bergen zurückzieht.
Die Residenz ist spektakulär: Dank ihrer besonderen Atmosphäre war die Immobilie die ideale Kulisse für die ikonischen Ski-Szenen im Film.
Michele Taverna, Immobilienberater bei Engel & Völkers Valle d'AostaWas tatsächlich zum Verkauf steht
Lässt man die Besetzungsliste beiseite, überzeugt das Exposé auch für sich. Die Villa steht frei, stammt aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert und liegt mitten in Gressoney-Saint-Jean. Sie hat drei Salons, elf Schlafzimmer und acht Bäder, dazu eigene Bereiche für das Personal, was bei einem Berghaus dieses Alters weniger ein Detail ist als eine Aussage darüber, wie hier gelebt werden sollte.
Das Herz des Hauses sind die drei Empfangsräume. Taverna beschreibt sie als großzügig und repräsentativ, so wie es für die großen alpinen Ferienhäuser jener Zeit typisch war: Räume, um Gäste zu empfangen, für lange Abende, für eine Familie, die in großer Zahl anreist. Der Grundriss ist für eine Saison mit Gesellschaft gezeichnet, und man sieht es ihm bis heute an.

Platz für mehr als einen Haushalt
Spannender als der Blick zurück ist der Blick nach vorn. Größe und Zuschnitt der Räume, so Engel & Völkers, ließen eine Aufteilung der Villa in mehrere unabhängige Wohneinheiten zu, womit sich das Haus an heutige Ansprüche anpassen lässt. Für Käufer verändert das die Rechnung. Ein einzelnes Haus mit elf Schlafzimmern in einem Bergdorf hat eine Art von Käufer; ein Haus, das sich teilen lässt, hat mehrere, und damit mehr als einen Ausgang.
Deshalb spricht der Berater auch von einer Immobilie für die wirtschaftliche wie für die private Nutzung. Er nennt sie ein Unikat, das eine Toplage mit vielen Möglichkeiten verbindet, und fügt hinzu: „Objekte dieser Art kommen nur selten auf den Markt.“ Die Erfahrung des Desks: Ein historisches Haus in den Bergen wird verkauft, wenn eine Familie es beschließt, nicht wenn der Markt es nahelegt.

Der Blick
Wer auf eine der Terrassen tritt, sieht weit über das Tal, zwischen Bäumen und Bergen hindurch bis zum Schloss Savoy, das zu den Wahrzeichen von Gressoney-Saint-Jean zählt. Es ist das Einzige an einem Haus, das keine Renovierung nachliefern kann.

Wie der Desk es liest
Mit 2,9 Mio. € liegt die Villa unter dem Einstiegspreis, den der Ranesta Index für St. Moritz (5 Mio. €) oder Kitzbühel (4 Mio. €) ansetzt, und sie ist etwas anderes als beides: ein historisches Haus in einem italienischen Tal statt eines Chalets in einem Skiort. Die Fragen sind die jedes Kaufs eines historischen Hauses. Was kostet ein Umbau, und was erlauben die Behörden? Was kostet ein Haus mit elf Schlafzimmern im Jahr an Heizung, Personal und Versicherung? Und was verlangt Italien beim Erwerb? Die letzte Frage beantwortet das Instrument Erwerbskosten; für die zweite liefert das Instrument Haltekosten, gerechnet für den Comer See als nächstgelegenen italienischen Markt dieser Seite, eine Größenordnung; die erste gehört in ein Gutachten und zu einem Architekten vor Ort.

Auf der Verkäuferseite ist das Haus gut aufgestellt. Engel & Völkers ist seit 1977 im Geschäft und heute mit eigenen und lizenzierten Standorten in mehr als 35 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten. Das Private Office entstand 2007 für vermögende Kaufinteressenten und für Kunden, deren Immobilienbesitz sich über mehrere Märkte verteilt, also für genau die Art Käufer, auf die ein Haus wie dieses wartet.
Selbst nachrechnen
Erwerbskosten
Was ein Haus bis zur Schlüsselübergabe wirklich kostet, in sechzehn Rechtsordnungen, Posten für Posten.


