Wien bietet, was keine andere Hauptstadt auf dieser Liste bieten kann: dreihundert Quadratmeter in der Beletage eines Palais, mit vier Meter hohen Decken und dem Stephansdom im Fenster, zum Preis einer guten Wohnung in München. Die Stadt war eine Generation lang unterbewertet, weil sie am Rand der Landkarte lag; das tut sie nicht mehr, aber der Abschlag gegenüber vergleichbaren Städten ist geblieben.
Die österreichischen Regeln ähneln den deutschen, mit einem wichtigen Unterschied: Gewinne aus Immobilienverkäufen werden pauschal mit dreißig Prozent besteuert, ohne Befreiung nach einer Haltedauer. Das verändert die Rechnung beim langen Halten und ist der Grund, warum das Exit-Instrument ein eigenes österreichisches Profil hat.
Der Markt ist öffentlicher als die meisten: Ein Drittel der Verkäufe im Spitzensegment läuft privat, und die guten Agenturen inserieren. Ausnahmen sind die Palaisetagen und die Döblinger Villen, die ähnlich wie in Hamburg über Anwälte und Familien den Besitzer wechseln. Käufer aus Drittstaaten brauchen eine Genehmigung, die für ein Zuhause meist eine Formsache ist.